Die deutsche Sprache in der EU

Deutsch ist gemäß der Verordnung Nr. 1 von 1958 eine von derzeit 23 gleichberechtigten Amts- und Arbeitssprachen der EU. Danach gilt das sogenannte Vollsprachenregime – also die Übersetzung in alle Amts- und Arbeitssprachen – für alle Rechtstexte, den amtlichen Außenverkehr der EU-Institutionen und das Amtsblatt. Auch kann sich jeder Unionsbürger schriftlich in einer der 23 Amtssprachen an jedes Organ und jede Einrichtung der EU wenden und muss eine Antwort in derselben Sprache erhalten.

Das Vollsprachenregime gilt weiterhin in den Verhandlungsgremien der EU (z.B. bei allen Tagungen des Europäischen Rates und der verschiedenen Ministerräte), soweit nicht aus Kosten- und Effizienzgründen in einzelnen Bereichen eine Beschränkung der Arbeitssprachen mit oder ohne Dolmetschung/Übersetzung vereinbart wurde oder seit langem üblich ist: So erfolgt z.B. eine Dolmetschung Deutsch/Englisch/Französisch im Ausschuss der Ständigen Vertreter, im Wirtschafts-und Finanzausschuss, dem Wirtschaftspolitischen Ausschuss und bei den Beitrittsverhandlungen. Vorläufige Praxis auf Arbeitsebene und im COREU-Fernschreibnetz der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik ist Englisch/Französisch ohne Dolmetschung oder nur Englisch.

In ausgewählten Ratsarbeitsgruppen gilt seit 2004 im Zuge des Anwachsens der Zahl der Amtssprachen das sogenannte Marktmodell. Es erlaubt den Mitgliedstaaten, sich für die Dolmetschung ihrer eigenen Amtssprache zu entscheiden oder im Einzelfall darauf zu verzichten. Deutschland hat sich in allen betreffenden Arbeitsgruppen für die Volldolmetschung des Deutschen entschieden. Obwohl sich die Mitgliedstaaten an den Kosten dieser Regelung beteiligen, führt dies im Vergleich zur Alternative einer gemeinschaftlich finanzierten Volldolmetschung aller Amtssprachen zu erheblichen Einsparungen.

Darüber hinaus genießt das Deutsche als eine von drei Verfahrenssprachen sowohl in der Europäischen Kommision als auch im Rat eine Sonderstellung: Das Kollegium der Kommissare verhandelt aufgrund von Dokumenten, die in Deutsch, Englisch und Französisch vorgelegt werden müssen, mit voller Dolmetschung in diesen drei Sprachen. Weiterhin hat die Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik zugesichert, dass die deutsche Sprache auch im Europäischen Auswärtigen Dienst eine herausgehobene Rolle spielen wird.

Die Bundesregierung verfolgt in diesem Zusammenhang auch das Ziel, Deutschkenntnisse als karrierefördernde Qualifikation der EU-Bediensteten zu verankern.

Das Auswärtige Amt bietet in Kooperation mit  dem Goethe-Institut ein umfangreiches, themenorientiertes Sprachkursprogramm speziell für höhere EU-Bedienstete und Ministerialbeamte aus EU-Partnerländern und weiteren europäischen Nachbarländern an, um Deutsch als Arbeits- und Verhandlungssprache zu stärken.

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