Johannes-Rau-Stipendium

Das Johannes-Rau-Stipendium ermöglicht jedes Jahr 20 Schülerinnen und Schülern aus Israel einen knapp zweiwöchigen Aufenthalt in Deutschland. Dort wohnen sie bei deutschen Familien und lernen gemeinsam mit deutschen Schülern das Deutschland von heute kennen. Das Stipendium geht zurück auf eine Initiative des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau. 

Die Gruppe des Jahres 2005 Bild vergrößern Die Gruppe des Jahres 2005 vor dem Brandenburger Tor (© KPM) Die israelischen Schüler werden durch einen Wettbewerb ausgewählt, den die Deutsche Botschaft in Tel Aviv jedes Jahr ausschreibt. Die Ausschreibung richtet sich an 16- bis 18-jährige israelische Oberschüler und erfolgt jährlich über ein Preisausschreiben, welches Fragen zu Deutschland und ein Thema für einen kurzen Aufsatz enthält. Die deutsche Botschaft wählt aus den eingegangenen Bewerbungen circa 50 bis 60 Schülerinnen und Schüler aus, die zu einem Gespräch mit einer Auswahlkommission in die Botschaft eingeladen werden. Von diesen werden die Besten für den Besuch in Deutschland ausgewählt.

Das Programm in Deutschland wird durch den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) vorbereitet und begleitet. Finanzielle Mittel für die Stipendien stellt das Auswärtige Amt bereit.

Der PAD wählt die deutschen Gastfamilien aus, bei denen die Schüler einige Tage wohnen. Danach verbringen die israelischen Schüler gemeinsam mit ihren gleichaltrigen deutschen Gastgebern als Gruppe noch ein paar Tage in Berlin. Dort stehen u.a. Besuche im Bundespräsidialamt, Bundestag und Auswärtigen Amt an, sowie Raustipendiaten im Bundestag  2010 Bild vergrößern Raustipendiaten im Bundestag 2010 (© KPM) Stadtführungen und Diskussionsrunden auf dem Programm

Gemeinsame Zukunft suchen
Das Stipendium geht zurück auf eine Initiative des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, der es im Jahr 2000 ins Leben gerufen hatte. Er sprach damals als erstes deutsches Staatsoberhaupt vor dem israelischen Parlament, der Knesset.

In seiner historischen Rede bat er Juden und Israelis um Vergebung für die Verbrechen der Shoah. Er warb aber auch für die Zukunft der deutsch-israelischen Beziehungen und für mehr Austausch zwischen den Jugendlichen beider Länder: 2009 Raustipendiatin mit Christina Rau Bild vergrößern 2009 Raustipendiatin mit Christina Rau (© KPM)

"Deutschland und Israel stehen mitten in einem Generationenwechsel: Noch leben Zeitzeugen des Holocaust; bald werden ihre Enkel das politische Geschehen und Denken prägen. Das Wissen über die Vergangenheit von Generation zu Generation weiterzugeben, ist deshalb so wichtig. Dazu gehört, dass sich die Jugendlichen unserer beiden Länder kennen lernen, sich gemeinsam mit der Vergangenheit auseinandersetzen und gemeinsame Zukunft suchen (...) 

Ich wünsche mir, dass sich israelische Jugendliche stärker als bisher ein eigenes Bild von Deutschland machten. (...) Ich kann das Zögern, sich Deutschland zu nähern, gut verstehen. Aber ohne den Umgang unter den Jugendlichen unserer beiden Länder werden wir die Zukunft unserer einzigartigen Beziehungen nicht so gedeihlich entwickeln können, wie wir uns das wünschen."

Das Stipendienprogramm, das seinen Namen trägt, ist ein kleiner Baustein, um Raus Wunsch nach einer gemeinsamen Zukunft zu erfüllen.

Johannes-Rau-Stipendium

Logo des Johannes-Rau-Stipendiums

Gruppenfotos von 2000 - 2015

Bildergalerie 2006-2011

Berichte der Stipendiaten

Schreiben

Israelische Schüler begegnen Deutschland - für viele ist es das erste Mal. Erfahrungsberichte von Rau-Stipendiaten der vergangenen Jahre (Texte in Englisch).