Übersicht und Geschichte
Von der Vergangenheit in die Zukunft
Die deutsch-israelische Zusammenarbeit in Wissenschaft, Forschung und Technologie hat heute eine Intensität erreicht, die bei ihren Anfängen in den 1950er Jahren nicht vorauszusehen war.
Am Anfang stand auf deutscher Seite das Motiv der Wiedergutmachung im Vordergrund. Heute besteht zwischen den HighTech-Ländern Deutschland und Israel eine gleichberechtigte Zusammenarbeit. Forscherinnen und Forscher aus beiden Ländern ebnen gemeinsam den Weg für zukünftige Innovationen.
Der Grundstein: Zusammenarbeit von Max-Planck-Gesellschaft und Weizmann-Institut
Bereits im Jahr 1959 – noch vor der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel im Jahr 1965 – knüpfte die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) erste Kontakte zum Weizmann-Institut (WIS) in Rehovot. Den symbolischen Grundstein für eine institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen beiden Forschungseinrichtungen legte Bundeskanzler Konrad Adenauer, als er im Gespräch mit Ministerpräsident David Ben-Gurion am 14. März 1960 im Waldorf-Astoria Hotel in New York eine Spende von 3 Millionen DM an das Weizmann-Institut ankündigte.
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Historisches Treffen im Waldorf Astoria
(© picture-alliance/dpa)
Der 1964 geschlossene und bis heute gültige Minerva-Vertrag sichert die Zusammenarbeit zwischen der MPG und dem WIS ab. Wie intensiv die Beziehungen sind, zeigen rund achtzig laufende Forschungsprojekte in den Bereichen Physik, Biologie, Chemie, Mathematik und Informatik.
Interministerielle Zusammenarbeit
Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel im Jahr 1965 gab der Zusammenarbeit zusätzlichen Antrieb.
Eine Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem israelischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie (Most) ist seit 1973 Grundlage für die beiderseitige Förderung von Kooperationsprojekten in den Natur- und Technikwissenschaften. In Ergänzung dazu fördern das BMBF und das israelische Ministerium für Industrie, Handel und Arbeit (Moital) seit 2000 auch deutsch-israelische Verbundprojekte von Wirtschaft und Wissenschaft.
Weitere Säulen der Zusammenarbeit
Eine weitere tragende Säule der Zusammenarbeit ist die Deutsch-Israelische Stiftung für Wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (GIF). Sie wurde 1986 durch den Bundestag und die Knesset ins Leben gerufen. Mit Zinserträgen aus dem Stiftungskapital von inzwischen 211 Millionen Euro, das von beiden Seiten zu gleichen Teilen aufgebracht wurde, finanziert GIF Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Im Jahr 2000 hat GIF zudem ein spezielles Förderprogramm für den wissenschaftlichen Nachwuchs aufgelegt.
Ausgewählte Spitzenprojekte israelischer Universitäten werden seit 1986 im Rahmen der Deutsch-Israelischen Projektkooperation (DIP) gefördert. Für jedes der bisher 38 Projekte hat das BMBF bis zu 1,25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Mit der Deutsch-Israelischen Projektkooperation zum Nobelpreis Prof. Aaron Ciechanover von der medizinischen Fakultät des Technion in Haifa hat 2005 den Nobelpreis für Chemie für ein Forschungsthema erhalten, das von 1999 bis 2003 im Rahmen von DIP gefördert wurde. Gemeinsam mit seinem Doktorvater Prof. Avraham Hershko und dem amerikanischen Wissenschaftler Irvin Rose entdeckte er den durch Ubiquitin vermittelten zellulären Proteinabbau, in der der Krebsforschung von großer Bedeutung für den Schutz vor Tumoren ist. |
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Die jüngste Säule der deutsch-israelischen Wissenschaftszusammenarbeit ist der Stiftungsfond Martin-Buber-Gesellschaft, der 2009 vom BMBF ins Leben gerufen wurde. Der Stiftungsfonds fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs in den Geistes- Kultur- und Sozialwissenschaften.
Die hier und in anderen Programmen geförderten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler tragen maßgeblich dazu bei, dass die deutsch-israelische Wissenschafts- und Forschungszusammenarbeit auch nach mehr als sechzig Jahren so lebendig bleiben wird wie bisher.