Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

28. Januar 2016

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2016 erklärte Außenminister Steinmeier: "Heute gedenken wir der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch Soldaten der Roten Armee vor 71 Jahren. Wir gedenken der sechs Millionen ermordeten europäischen Juden, der Sinti und Roma, der Zwangsarbeiter, dem Hungertod preisgegebenen Kriegsgefangenen, der Opfer staatlicher Euthanasie, der Homosexuellen, aller, die sich aus religiösen, politischen oder schlichtweg menschlichen Beweggründen dem Terror widersetzten und deswegen der totalitären Staatsgewalt zum Opfer fielen".

Gedenktage wie der 27. Januar seien "Tage des Innehaltens für uns als Gesellschaft", so Steinmeier. Es gelte wo immer möglich, Bildung, Dialog und persönliche Begegnung zu fördern und zu unterstützen. Das sei nicht nur eine Verantwortung von Politik, Eltern oder Schulen, sondern "wir alle tragen Verantwortung". Das "dunkelste Kapitel" deutscher Geschichte präge unser Selbstverständnis und werde für immer untrennbar mit unserem Land verbunden bleiben, mahnte Steinmeier. "Denn unter Geschichte kann man keinen Schlussstrich ziehen."

Eintreten gegen Diskriminierung und Rassismus

Gleichwohl erinnerte der deutsche Außenminister daran, dass aus der Erinnerung auch ein Auftrag erwachse: "Ein Tag wie heute mahnt uns, das Schicksal der Menschen im Blick zu behalten, die in diesen Tagen bei uns in Europa Zuflucht suchen. Die große Zahl der Menschen, die Schutz vor Verfolgung, Hass, Krieg und Terror in unserem Land sucht, weckt auch Ängste, die wir sehr ernst nehmen." Wenn sich Juden, Andersgläubige und Andersdenkende in Europa nicht mehr sicher fühlen, so Steinmeier eindringlich, könne sich niemand mehr sicher fühlen.

Das Eintreten der Bundesregierung gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus habe deshalb nichts von seiner Dringlichkeit verloren. Steinmeier weiter: "Dieser Auftrag ist uns auch Richtschnur im Rahmen unserer OSZE-Präsidentschaft 2016. Deutschland wird im Rahmen seines OSZE-Vorsitzes daher auf die Themen 'Toleranz und Nicht-Diskriminierung' setzen.“

Gedenkveranstaltungen in Berlin

Außenminister Steinmeier nahm am 27. Januar an einer Gedenkstunde im Deutschen Bundestag teil. Nach einer Ansprache von Bundestagspräsident Norbert Lammert hielt die US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin und Holocaust-Überlebende Ruth Klüger die Gedenkrede. 

Beide Reden finden Sie auf Deutsch und Englisch unter www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw04-gedenkstunde-nachher/403424

Am 28. Januar 2016 wird Staatsministerin Maria Böhmer im Lichthof des Auswärtigen Amts die Ausstellung "Leben nach dem Überleben" des Vereins AMCHA eröffnen. Sie vermittelt einen Eindruck, wie Holocaust-Überlebende sich und ihren Nachfahren helfen, mit dem Erlebten besser leben zu können. Darunter sind Fotografien und Zitate von Überlebenden und ihren Familien, die dem andauernden seelischen Leid eine Bildsprache geben, aber auch Bilder, die von einer beeindruckenden Vitalität und Lebensbejahung zeugen.

Die Ausstellung macht deutlich, dass das Erlebte bis heute in den Alltag der Überlebenden und ihrer Nachfahren hineinwirkt. Die Ausstellung wird vom 29. Januar bis 8. März im Lichthof des Auswärtigen Amts zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie hier. www.auswaertiges-amt.de/DE/AAmt/ZuGastimAA/Ausstellungen/Uebersicht_node.html

 

Pressereferat – Deutsche Botschaft Tel Aviv

Tel Aviv, 28.01.2016

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