Ausstellung „Ich möchte den Himmel mit Händen fassen“

27. Oktober 2017

Am 29. Oktober öffnete im Yad Itzhak Ben Zvi Institut in Jerusalem die Ausstellung „Ich möchte den Himmel mit Händen fassen“: Die deutsche Künstlerin Helga von Loewenich zeigt Aquarelle zu Gedichten von Selma Meerbaum-Eisinger, einer deutschsprachigen Dichterin aus Czernowitz (heute Ukraine), die mit nur 18 Jahren während des Holocaust in einem deutschen Arbeitslager verstarb.

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Selma Meerbaum-Eisingers Gedichte sind nicht nur Zeugnis der drohenden Vernichtung des osteuropäischen Judentums und dessen blühenden kulturellen Lebens, sondern sie erzählen auch von den Gefühlen eines jungen Mädchens, das seine erste Liebe erlebt. Ihre eindrucksvollen Werke wurden über Umwege erst Ende der 1970er Jahre in Israel wiederentdeckt und gelten mittlerweile als großer Beitrag zum literarischen Erbe der ausgelöschten deutsch-jüdischen Kultur der Bukowina.

Helga von Loewenich besuchte die Kunstakademien Nürnberg und München. 1972 verbrachte sie ein Gastsemester an der Betzalel-Akademie in Jerusalem. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Jüdischen Museums in Berlin. Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens ist der Dialog mit dichterischen und musikalischen Werken, der in Aquarellen, Collagen und anderen Techniken Ausdruck findet. Exemplarisch dafür stehen neben den Arbeiten zu den Gedichten von Selma Meerbaum-Eisinger unter anderem auch Werke zur Lyrik von Else Lasker Schüler und Paul Celan .

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft in Israel wurden 1996 und 2000 die Arbeiten der Künstlerin in Jerusalem und Tel Aviv präsentiert. Für ihr Wirken wurde Helga von Loewenich 1997 mit dem Rabbiner-Seligmann-Meyer-Preis ausgezeichnet. Auch die jetzige Ausstellung wird von der Deutschen Botschaft unterstützt.

„Ich möchte den Himmel mit Händen fassen“

Yad Ben-Zvi  Institut, Ibn Gvirol Str. 14, Jerusalem

© Deutsche Botschaft Tel Aviv