45 Jahre nach dem Anschlag in München: Gedenkfeier für die Opfer

Ansprache von Botschafter von Goetze bei der Gedenkfeier für die Opfer von München Bild vergrößern Botschafter von Goetze bei der Gedenkfeier für die Opfer des Anschlags in München 1972 (© Amit Schussel, with the courtesy of the Olympic Committee of Israel)

Am 13.09.2017 fand in Tel Aviv die jährliche Gedenkfeier für die 11 israelischen Sportler statt, die bei dem Anschlag auf die Olympischen Spiele in München 1972 von Terroristen getötet wurden. Neben Vertretern der israelischen Regierung, der Stadtverwaltung Tel Aviv und des olympischen Komitees in Israel nahm auch der deutsche Botschafter, Dr. Clemens von Goetze, an der Zeremonie am Denkmal in der Weizmann-Straße teil. In seinem Grußwort bezeichnete Botschafter von Goetze die Terrorattacke als „schweren und grausamen Verstoß gegen den olympischen Geist“. Für Deutsche sei es besonders unerträglich, dass nur 27 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs und der Shoa jüdische Menschen wieder mit derartigen Schrecken konfrontiert worden seien und auf deutschem Boden ihr Leben lassen mussten. Der Botschafter verwies darauf, dass eine Woche zuvor von den Präsidenten der beiden Staaten, Reuven Rivlin und Frank-Walter Steinmeier, eine Gedenkstätte in München für die Opfer des schrecklichen Anschlags eingeweiht worden sei. Dieser Erinnerungsort habe lange, zu lange gefehlt, man schuldete ihn den Opfern und ihren Angehörigen. Nunmehr hätten Israelis und Deutsche, aber auch alle anderen Besucher die Möglichkeit, sich über die tragischen Ereignisse im September 1972 zu informieren und die persönlichen Geschichten der Opfer kennenzulernen. Der Botschafter versicherte abschließend, dass Deutschland Antisemitismus niemals tolerieren werde und alles dafür tun werde, dass sich solche Anschläge niemals wiederholen würden.

Oshrat Romano, Gedenkfeier für die Opfer von München Bild vergrößern Oshrat Romano bei der Gedenkfeier für die Opfer von München 1972 (© Amit Schussel, courtesy of the Olympic Committee of Israel) Besonders bewegend waren die Worte von Oshrat Romano, der Tochter des ermordeten Gewichthebers Josef Romano. Sie schilderte unter anderem die jahrelangen Bemühungen ihrer Mutter Ilana um die Errichtung der Gedenkstätte in München und beschrieb die Gefühle, die sie und die anderen Angehörigen  während der Einweihungszeremonie letzte Woche erfüllten: Trauer um den großen Verlust, aber auch Dankbarkeit und Genugtuung über das Erreichte. Alle Redner gaben der Hoffnung Ausdruck, dass die neue Gedenkstätte in München dazu beitragen werde, die Erinnerung an die 11 Sportler auch für die kommenden Generationen zu bewahren

Gedenkfeier für die Opfer von München

Botschafter von Goetze, Ankie Spitzer, Ilana Romano, Esther Roth-Schachamorow, Yigal Carmi bei der Gedenkfeier für die ermordeten israelischen Sportler