„Kinder sind die Hoffnung auf eine bessere Welt“

24. November 2017

Gedenken in Berlin, Skulpturengruppe "Züge in das Leben -Züge in den Tod" am Bahnhof Friedrichstraße Bild vergrößern (© picture alliance / dpa)

Am Donnerstag, 23.11.2017, fand im Lichthof des Auswärtigen Amts der Auftakt einer Veranstaltungsreihe zur Erinnerung an die Kindertransporte 1938-40 statt. Staatsminister Michael Roth erinnerte in seiner Rede daran, dass diese Rettungsaktion, eine der bedeutendsten der NS-Zeit, ein direktes Ergebnis der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 gewesen sei. In dieser Nacht, „dem ersten traurigen Höhepunkt des blinden Rassenhasses des NS-Regimes“, wurden Synagogen in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte zerstört und viele Juden getötet und in Konzentrationslager verschleppt. Unmittelbar danach lockerte die britische Regierung die Einreisebestimmungen für minderjährige Flüchtlinge. 18.000 jüdischen Kindern aus Deutschland, Österreich, Tschechien und Polen habe diese Entscheidung das Leben gerettet, so Staatsminister Roth. Diese Kinder hätten sich damals von ihren Eltern und ihrer Heimat trennen müssen, „wobei sie oftmals nicht mehr dabei hatten, als einen kleinen Koffer mit ihren wichtigsten Habseligkeiten und ihre Erinnerung an die Familie, an die Freunde und an ihr Zuhause“. Ihre lange Reise sei zwar von sehr großer Sorge begleitet worden, gleichzeitig sei ihnen jedoch „die Chance auf ein Leben in Freiheit“ geschenkt worden. Staatsminister Roth begrüßte bei der Veranstaltung einige der damals geretteten Kinder.

Zu den anwesenden Schülern sagte Staatsminister Roth, dass sie mit ihrem Interesse und Einsatz einen Beitrag dazu leisteten, die Erinnerung wach zu halten. „Ihr tragt dazu bei, dass sich auch nachfolgende Generationen mit der deutschen Geschichte, vor allem mit ihrem dunkelsten Kapitel, auseinandersetzen“. Kinder seien „die Hoffnung auf eine bessere Welt in Frieden und Freiheit“, sagte Roth und gab der Hoffnung Ausdruck, dass sie sich auch in Zukunft dafür engagieren werden, „dass jeder hier in Deutschland frei und ohne Angst leben kann“. Auch heute müssten Menschen ihre Heimat verlassen, 60 Millionen Menschen seien derzeit weltweit auf der Flucht, fast die Hälfte davon jünger als 18 Jahre. „Öffnen wir unsere Herzen und helfen wir, wo immer es möglich ist. Das sollte uns unsere eigene Geschichte lehren. Ganz nach dem Vorbild der Gastfamilien von 1938, die damals ihre helfenden Hände ausgestreckt haben, wollen wir heute unser menschliches Gesicht zeigen. Menschlichkeit lohnt sich. Immer und überall.“

http://www.kindertransport.org/history.htm

© Deutsche Botschaft Tel Aviv

Auftaktveranstaltung zur Erinnerung an die Kindertransporte